Wort zum Ersten Advent: Das Leben vor Weihnachten

Pressedatum: 
29.11.2020

Advent. Die Zeit der Lichter und Gemütlichkeit? Ach was, schauen wir den Tatsachen ins Auge: Advent, die Zeit der Klassenarbeiten und Klausuren, die Zeit der Geschenkejagd und Überstunden, und besonders jetzt die Zeit der Diskussion: Wie feiern wir Weihnachten? Mit wem? Wer darf wen besuchen? Und sind wir wirklich nur zehn Personen? So gestaltet man im Jahr 2020 die Zeit vor der Ankunft des Herrn. Wen wundert’s: So war Advent im ursprünglichen Sinne nicht gemeint. Der Brauch, die Adventszeit als eine Zeit der besonderen Vorbereitung auf Weihnachten zu feiern, stammt aus dem vierten Jahrhundert: In Spanien und Gallien ging man in diesen Wochen besonders häufig in die Kirche, fastete und übte sich in Werken der Nächstenliebe. Back to the roots - das könnte uns helfen, diese Zeit wieder bewusst in unser Leben zu integrieren und sie uns nicht entreißen zu lassen. Dabei müssen wir nicht auf unsere gewohnten Gedankengänge verzichten, wir könnten sie einfach neu füllen – mit ihren tatsächlichen Werten. Lasst uns also Klassenarbeiten schreiben, Geschenke kaufen, Überstunden machen und auch über die Feiertagsgestaltung diskutieren, aber immer in dem Bewusstsein: Das alles ist nur relativ zu dem, was tatsächlich im Leben wichtig ist: Einander und auch sich selbst in Würde, Wertschätzung und Achtung zu begegnen. Gott hat es uns in Christus vorgemacht. Ihm sollten wir zuhören.

Christiane Kuropka