DAS WORT ZUM JULI

„Was mich trägt“

"Gleich darauf forderte er die Jünger auf, ins Boot zu steigen und an das andere Ufer vorauszufahren. Inzwischen wollte er die Leute nach Hause schicken. Nachdem er sie weggeschickt hatte, stieg er auf einen Berg, um in der Einsamkeit zu beten. Spät am Abend war er immer noch allein auf dem Berg. Das Boot aber war schon viele Stadien vom Land entfernt und wurde von den Wellen hin und her geworfen; denn sie hatten Gegenwind. In der vierten Nachtwache kam Jesus zu ihnen; er ging auf dem See. Als ihn die Jünger über den See kommen sahen, erschraken sie, weil sie meinten, es sei ein Gespenst, und sie schrien vor Angst. Doch Jesus begann mit ihnen zu reden und sagte: Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht! Darauf erwiderte ihm Petrus: Herr, wenn du es bist, so befiehl, dass ich auf dem Wasser zu dir komme. Jesus sagte: Komm! Da stieg Petrus aus dem Boot und ging über das Wasser auf Jesus zu. Als er aber sah, wie heftig der Wind war, bekam er Angst und begann unterzugehen. Er schrie: Herr, rette mich! Jesus streckte sofort die Hand aus, ergriff ihn und sagte zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? Und als sie ins Boot gestiegen waren, legte sich der Wind. Die Jünger im Boot aber fielen vor Jesus nieder und sagten: Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn."

 (Evangelium nach Matthäus, Kapitel 14, 22-33)

 

 

 

Manchmal habe ich das Gefühl unterzugehen. Wenn mir alles zu viel wird und meine Gedanken zu laut. Manchmal verliere ich dann den Halt, den Fokus, den Mut. Dann halte ich inne und versuche mich zu erinnern: Dass da immer jemand ist, der mich trägt. Der goldgelbe Stoff aus dem Münsterland, den Christo auf dem Iseo-See schwimmen lässt, ist eine solche Erinnerung. Es ist in diesen Tagen ein Bild für die Gewissheit, dass ich nicht alleine bin: Gott trägt mich über kleine und große Hürden des Alltags. Dann sind kein Wind und keine Wellen für mich zu groß. Wenn Christus sagt „Komm!“, muss ich keine Angst mehr haben. Das Vertrauen darauf, dass er bei mir ist, als unerschütterlicher Fels in der Brandung, lässt in meiner Welt das Unmögliche möglich werden – dann kann auch ich „auf dem Wasser gehen“!

 

(Text: Carolin Stadtbäumer/Bild: Jutta Stadtbäumer)

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